Warum Meditation und Achtsamkeitstraining (bzw. mindfulness /awareness)?

Was ist Achtsamkeit? hierzu einige Autoren:

„Achtsam sein heißt, ständig wachen Geistes, ständig aufmerksam sein, um Dinge so sehen zu können, wie sie sind. Wir brauchen nicht einzugreifen, um sie zu verändern.“ Quelle: Jon Kabat-Zinn: „Gesund durch Meditaiton. Das große Buch der Selbstheilung. O.W.Barth 2005 S.45)
Fritz Perls spricht ähnlich über gegenwärtige Bewußtheit („awareness“)
„…mit dem ganzen Wahrnehmungsfeld in Berührung zu sein. Es ist die Fähigkeit, mit seiner eigenen Existenz in Berührung zu sein, zu bemerken, was um einen herum und in einem geschieht, und mit der Umwelt, anderen Menschen und sich selbst Verbindung aufzunehmen…“ (aus Clarkson u. Mackewn: „Frederick S. Perls und die Gestalttherapie“ EHP 1995 S. 66)
Sehr eindrucksvoll auch Jacques Lusseyran: „Ein Ich zu besitzen, mehr noch, es auch zu behalten, ist eben wirklich nicht leicht. Und vielleicht ist das Jagen nach Glück doch nicht das richtige Mittel dazu.“ Quelle: Jacques Lusseyran: „Gegen die Verschmutzung des Ich“ Verlag freies Geistesleben GmbH 1991
Pema Chödrön zur Meditation: „…dass es in der Meditation darum geht, sich allem, was entsteht, entspannt zu öffnen, ohne zu urteilen oder zu wählen. Meditation ist definitiv nicht dazu gedacht, irgend etwas zu unterdrücken oder das Greifen zu fördern“ aus Pema Chödron: „Wenn Alles Zusammenbricht. Hilfestellung für schwierige Zeiten“ Wilhelm Goldmann Verlag 2001 S.44)

Wenn ich persönlich Achtsamkeit definieren sollte, würde ich derzeit so etwas sagen wie: eine flexible, bewußte Wahrnehmung, die sich auf gegenwärtige innere und äußere Ereignisse bezieht, ohne daran haften zu bleiben.

    VORBEUGUNG PSYCHISCHER ERKRANKUNGEN

ACHTSAMKEITSTRAINING / Mindfulness / awareness eignet sich hervorragend um psychische Erkrankungen vorzubeugen und den Verstand zu beruhigen!

Stress also: Unzufriedenheit, Unruhe, Gedankenrasen, Reizbarkeit… stellen mehr als nur EIN „KOSTENPROBLEM für unsere Gesellschaft“ dar!

Unnötige Unruhe, Angsterscheinungen etc. oder gar chronifizierte psychische Erkrankungen, es gibt sie reichlich in unserer Gesellschaft.

Neben den entstandenen Kosten „sog. psychischer Störungen“ für entsprechende Gesundheits- und Betreuungsleistungen, muss man aber auch die indirekten Kosten berücksichtigen wie z.B. Arbeitsverluste, den Einfluss einer psychischen Erkrankung auf Produktivitätsverluste darüber hinaus und wie ich finde noch viel wichtiger die Auswirkungen schlechter gesundheitlicher Verfassung und ungünstiger Kompensationsversuche (z.B. Frust auf Andere übertragen) auf die anderen Menschen bzw. das Arbeitsklima.
Nach meiner Ansicht wird dieser Punkt zu wenig betont, stattdessen werden eher „objektive“ Daten erhoben und mit Kosten bzw. wirtschaftlichen Einbußen argumentiert. Es scheint als wollen wir uns hinter Zahlen verstecken um glaubwürdiger rüberzukommen. Zahlen sind jedoch keine Fakten, sie verzerren die Realität erheblich, da wir ihnen eine zu hohe Bedeutung geben und der Gesamtkontext verloren geht (Erhebungszeitpunkt, Erhebungsmethode, Art der Fragestellung, Selektion der Population, andere Einflussfakoren u.v.m. ). Wenn wir uns umschauen sehen wir eher die Wahrheit. Und auch der Einfluss unserer Verfassung auf den Privatbereich ist nicht ohne Belang, also die Auswirkung unserer psychischen VErfassung auf Mitmenschen wie z.B. PartnerIn, Freunde, Familie, Bekannte, Kinder… Aus diesen Gründen macht Meditation Sinn!

    Prävention ist eine Investition, aber zunächst müssen wir in uns selbst investieren!

Für alles gibt es ein MIttel, doch bedeutet ein Mittel keineswegs Heilung, wenn die Ursachen bestehen bleiben. Müdigkeit oder Unruhe z.B. ist nicht der Ausdruck persönlicher Unfähigkeit oder Schwäche, oft auch weniger der alleinige Ausdruck einer schwierigen Vergangenheit, sondern oft viel eher das SYMPTOM einer oder mehreren Belastungungen, die uns in der sog. „modernen Zivilisation“ widerfahren u.a. weil wir in einer sehr individualisierten zwar dynamischen und auch gut „verlinkten“ aber leider eben auch „triebsamen Gesellschaft“ leben! Wir lassen uns gewissermaßen von Unruhe anstecken (z.T. schon von Aussagen wie „mußt Du nicht doch… wäre es nicht… also ich würde schon…. !!!) und kleben allzu oft an unseren Gedanken, Ängsten und Überzeugungen fest!

    Innere Unruhe, ein altes Problem

Wenn Karen Horney bereits etwa 1930 von einer „neurotischen Gesellschaft“ sprach, oder Erich Fromm (ca. 1960) z.T. von der Problematik des Habens und Seins sprach, dann könnten jene Autoren auch heute noch manche Entwicklungen unserer Gesellschaft kommentieren! Doch trotz gewisser Mißstände (die es ja, wie wir alle wissen, schon immer gegeben hat), stellt sich doch immer wieder DIE FRAGE: welche zentralste Motivation(en) bzw. zentralste Bedürfnisse wohnen dem Menschen letztendlich inne?

    ZURÜCK ZUR SINNHAFTIGKEIT, ZURÜCK ZUR GEGENWÄRTIGKEIT

Sie kennen sicherlich die heiße Frage (wer kennt sie nicht): „Warum sind wir hier auf diesem Planeten?“

Ich glaube niemand ist ernsthaft davon überzeugt, dass die einzige Daseinsbestimmung darin besteht lediglich „produktiv“ zu sein. Sollte dem so sein, dann ist jeder von uns ersetzbar!

Doch tatsächlich leben mittlerweile viele Menschen (die sich unter Druck gesetzt fühlen und auch werden) nach dieser oder einer ähnlichen Devise und gefährden dabei mehr oder weniger ihre Gesundheit. Manche von Ihnen fühlen sich eingeschlossen oder (innerlich) getrieben o.ä. Viele von Ihnen fühlen, dass die hier angedeutete Einstellung ungünstig ist. Sie merken ganz deutlich wie ihre innere Zufriedenheit u. Sinnhaftigkeit schwindet und ihre Gedanken rasen… die Unzufriedenheit steigt. Oft hat die neg. Verstimmtheit natürlich Auswirkungen auf ihr Umfeld. Zwischenmenschliche Begegnungen verarmen, aber dies aus mehreren Gründen. U.A. begegnen diese Menschen sich nicht mehr achtsam, spüren kaum Freude und Ruhe also spiegelt das Gespräch, der Dialog in Wahrheit eher einen unruhigen innere Monolog wieder („ich hätte, müsste, sollte…“). Die Freizeit wird äußerst kostbar, doch wie soll man zur Ruhe kommen, wenn der Verstand es noch „eilig“ hat. Facebook, Mails, Telefonate, Einkäufe, … vieles steht noch auf der To-do-Liste und „sollte“ längst erledigt werden…!

    ZURÜCK ZUR INNEREN RUHE

Es gibt natürlich viele Wege um den „Verstand“ zu besänftigen und Probleme im Alltag mit etwas mehr Ruhe und Sicherheit zu begegnen. Sie können sportlich aktiv sein. Sie können sich weiterbilden. Sie können in den Urlaub fahren. Möchten Sie jedoch ihren Verstand tatsächlich beruhigen, klappt das nicht immer, u.a. brauchen Sie auch einen guten inneren Zugang, das Gedankenkarrussell und die innere Verspanntheit schütten die innere Ruhe zu und mehr noch, Unruhe wird plötzlich ganz normaler „Stress“, aber der ist eben auf Dauer auch ganz schön ungesund.

Ablenkung „funktioniert“, aber oft oder immer öfters nur kurzfristig und eher oberflächig! Somit laufen Sie in Gefahr sich mit der inneren Unruhe, die sich anhäuft anzufeinden, Sie wollen Sie beseitigen, was wiederum dieser inneren Unrast Nahrung gibt. Je mehr Sie also aus der inneren Unruhe Ihren persönlichen Feind machen umso mehr sind Sie wiederum für „Stress“ empfänglich. Dann fühlen sich noch schneller ausgelaugt und sind noch unzufriedener mit sich selbst und ihrer Umwelt. Ggf. reicht die Zeit sich zu „entspannen“ bzw. „abzuschalten“ nicht mehr. Wir können hier von einem Teufelskreis sprechen.

In dieser Meditationsgruppe geht es um das Gewahrsein (awareness, mindfulness) es geht um das Innehalten, sich Zeit nehmen, sich eine Auszeit nehmen, um Absichtslosigkeit, innere Sammlung und es geht somit schlussendlich um Gesundheit, tatsächliche Selbstzuwendung, Ruhe, Selbstakzeptanz und Präsenz.

So schlimm die Umstände auch sind, so anstrengend der Alltag auch war, beginnen wir erst einmal bei uns und besänftigen den von Natur aus tobenden Verstand, denn äußere Umstände lassen sich oft nicht so zügig verändern wie sich die innere Haltung zu uns selbst verändern lässt.

Entspannung und Meditation sind (so manche Autoren) im Endeffekt dasselbe. Aber die meditative Haltung können wir mit einem Weg vergleichen, den wir behutsam gehen. Die „Pflastersteine“, die diesen Weg ausmachen sind u.a.: „mindfulness / Achtsamkeit und Akzeptanz“. Es ist jedoch wichtig regelmäßig zu üben. Vorteil einer Gruppe: man meditiert nicht alleine anders gesagt kann eine Gruppe Sie (wie bereits angedeutet) darin unterstützen, ihre Meditationspraxis aufrechtzuerhalten, da die Menschen in dieser Gruppe alle dasselbe tun, sie meditieren.

Falls Interesse besteht und Sie gerne einmal in der Gruppe teilnehmen möchten können Sie sich gerne bei mir melden.

Mit freundlichen Grüssen

S. GOERGEN
s_goerg@yahoo.de

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